Der pragmatische Bayerische Weg für Nachhaltigkeit am Bau

Die Fortschreibung des Verfüll-Leitfadens wurde am 22. Januar auf den Weg gebracht. Damit wird Bayern im Zuge der Mantelverordnung weiterhin seinen eigenen Weg gehen können, was der Ressourcenschonung und der Vermeidung von CO2 durch eingesparte Transportkilometer zu Gute kommen wird. Passend dazu sagte der bayerische Umweltminister, Thorsten Glauber, als Festredner beim Neujahrsempfang des bvse: „Ich halte es für nicht nachhaltig, wenn wir diese besten Rohstoffe nicht zurück in den Kreislauf bringen. Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, beste Rohstoffe zu haben, um sie am Ende zu deponieren“ (RecyAktuell, Ausgabe 02/2020, S. 1)

Damit spricht er uns Mittelständlern aus dem Herzen! So deutlich haben wir ein Bekenntnis zum Baustoffrecycling von der Regierung bisher noch nicht gehört. Eric Rehbock stellt passend fest, dass die Bayerische Landesregierung hier oft ein sympathischer und engagierter Vorreiter ist. „Wenn anderswo nichts unternommen wird, wagt Bayern oftmals doch einen – in der Regel – mittelstandsfreundlichen Vorstoß“. Das lässt auch Christiane Neuhaus als Vorsitzende des bvse-Landesverbandes Bayern hoffen, für die Zukunft noch mehr Unterstützung von der Politik zu bekommen, „weitere Kapazitäten für die Verarbeitung von Sekundärrohstoffen zu schaffen und neue Absatzwege zu ermöglichen“ (RecyAktuell, Ausgabe 02/2020, S. 2).

Wenn es nun gelingt, mit politischer Rückendeckung einfache und praktisch umsetzbare Lösungen in die Normierung zu bringen, kann ein Markt für Recyclakte geschaffen werden, der die Mittelständler zu Investitionen in das Baustoff-Recycling ermutigt. Der Abbau einiger hinderlicher und in die falsche Richtung wirkender bürokratischer Schranken in bestehenden Industrienormen und in der pauschalisierten rechtlichen Behandlung unterschiedlicher Sachverhalte wäre hierzu förderlich. Der ehemalige Abteilungsleiter für Wasserwirtschaft und Ressourcenschutz im Bundesumweltministerium, Dr. Helge Wendenburg, gibt hierzu ein Beispiel: “… was als Chemikalie gefährlich ist, macht, wenn dieser Stoff in einem Abfallgemisch enthalten ist, dieses Gemisch nicht zu einem gefährlichen Abfall mit entsprechenden Genehmigungsanforderungen.“ (RecyAktuell, Ausgabe 02/2020, S. 3).

Wir scheinen also aus der Phase der Lippenbekenntnisse herauszukommen und erste echte Schritte in zwei richtige Richtungen zu machen: Zum einen, die Verfüllung unbedenklichen Materials hierzulande zu ermöglichen und zum anderen, Recycling-Baustoffe für deutlich erweiterte Einsatzgebiete im Hoch- und Tiefbau wiederverwerten zu dürfen, wie es in der Schweiz schon seit längerem möglich ist.
Die Chance, durch diese beiden Wege einige Millionen sinnloser Transportkilometer im Sinne eines echten Beitrags zum Umweltschutz zu vermeiden, begrenzte Rohstoffe zu schonen und schließlich auch erhebliche Kosten einzusparen, ist schon lange gegeben. Lasst sie uns jetzt nutzen!

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