Wie Emily Engels in der Abendzeitung vom 20.08.2019 berichtet, werden auf dem Gelände der Bayernkaserne von 1,2 Mio. Tonnen Abbruchmaterial ca. 600.000 Tonnen an Ort und Stelle recycelt.

Damit führen wir ca. 50% des Abbruchmaterials einer direkten Wiederverwendung zu, sei es als Recyclingbeton im Bau oder als Material für den Straßenbau.

Auch die Produktion unserer „Legosteine“ (Betonsteine aus 100% Recyclingmaterial mit einem Gewicht von 1.500 kg) geschieht Ort, so dass deren weitere Verwendung direkt von der Baustelle aus erfolgen kann, ohne große Massen an Material durch die Gegend zu fahren.

Nach Angaben der Kommunalreferentin Kristina Frank spart das logistische Konzept der Wiederverwendung in diesem Projekt insgesamt beachtliche 3.200.000 km Transportwege (das sind 80 mal mit einem 40-Tonner LKW um die Erde), was einen ökologischen Vorteil von 50% gegenüber einer vollständigen Beseitigung des Bauschutts bedeutet. Wirtschaftlich betrachtet führt die Verarbeitung und Wiederverwertung des Abbruchmaterials vor Ort nach Berechnungen im Auftrag des Kommunalreferats München zu Einsparungen von ca. 10 Mio. € Baukosten.

Dies ist für uns wieder ein Nachweis, dass wir mit unserer Philosophie richtig liegen, Abbruchmaterial nicht generell zu entsorgen, sondern immer den kompletten Stoffkreislauf im Blick zu haben und zu recyceln, wo es technisch machbar ist und ökologisch sowie wirtschaftlich Sinn macht.

Leider überwiegen heute in der Politik noch Vorbehalte und Unkenntnis darüber, welches enorme Potenzial zur Verbesserung des Umweltschutzes UND der Wirtschaftlichkeit im „Rohstofflager Baustelle“ steckt. Das zeigen die bestehenden Bestimmungen zur Verwendbarkeit von Recyclingbaustoffen und die fehlende Förderung dieses Bereiches. Die Zusammenarbeit des Kommunalreferats der Stadt München mit Frau Prof. Dr. Andrea Kustermann von der Hochschule München ist ein erfreulicher Ansatz, dem hoffentlich weitere Aktionen folgen. Vielleicht tragen ja solche Bespiele mit öffentlicher Aufmerksamkeit zur Aufklärung bei, um die heute stark ideologisch geprägte Diskussion zum Klima- und Umweltschutz mit praktischen Beispielen für nachweisbar wirksamen Umweltschutz bei gleichzeitiger Steigerung der Wirtschaftlichkeit durch Baustoff-Recycling objektiver zu machen.

Wenn in der Gesellschaft die Einsicht gewachsen sein wird, dass bei einer Baustelle wie z.B. der Bayernkaserne durch Baustoffrecycling ein 40 Tonner-LKW 80 mal weniger rund um die Erde fahren muss, 10 Mio. € Baukosten eingespart werden, und der immer knapper werdende Rohstoff „Sand“ nicht für neuen Beton ausgebeutet werden muss, dann wird auch die Politik entdeckt haben, dass man mit der Befürwortung und Förderung von Baustoffrecycling gut punkten kann …

Falls Sie weiterführende Gedanken oder einen Kommentar zu diesem Artikel abgeben wollen, freuen wir uns:

Artikel von Emily Engels in der Abendzeitung
vom 20. August 2019